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"Weisch no" mit Wolfi Schickli

14.05.2020

"Weisch no" mit Wolfi Schickli

Im Winter haben wir uns mit prägenden SpielerInnen der Vergangenheit über ihre Zeit beim FC Bülach unterhalten. Als nächstes stellen wir unsere Fragen an Wolfi Schickli, welcher Spieler sowie Trainer der 1. Mannschaft war.

Für alle die Dich nicht kennen, wer bist du?
Bin Wolfi Schickli, 56, war beim FC Bülach Junioren-Trainer, Spieler sowie Trainer der 1. Mannschaft. Zusätzlich habe ich noch während mehreren Jahren die Fussballschule mit rund 200 Kids auf der Sportanlage Erachfeld durchgeführt. Beruflich bin ich bei der BERNEXPO tätig und leite dort sämtliche Publikums-Messen. Bin Vater von einer Tochter (Selina) und zwei Söhnen (Elia und Noah). Wohnhaft bin ich in Regensberg wo ich seit 8 Jahren mit meiner Lebenspartnerin Andrea sesshaft bin. Sportlich bin ich dem Fussball noch verbunden in meiner Rolle als Präsident beim FC Töss. Für einen Vorstands-Funktion beim FC Bülach hat es leider nie ganz gereicht.

Was bist du für ein Spielertyp gewesen?
Ich hatte eher einen „rustikalen“ Stil. Konnte im Zweikampf ordentlich zulangen. Es gab auch schon Stürmer die sich vor dem Spiel kurzfristig abgemeldet haben als sie wussten, wer am heutigen Spieltag die Aufgabe hatte sie aus dem „Spiel zu nehmen“.  Doch ich möchte an dieser Stelle festhalten; ich war ein fairer Spieler der mit Respekt und Demut auf dem Spielfeld agiert habe. Hatte für meine Spielweise auch sehr wenige gelbe Karten und war selten für ein Spiel gesperrt. Die linke Seite war mein „Tummfelfeld“ und ich war recht schnell auf den Beinen. Ich war ein mannschaftsdienlicher, unermüdlicher Kämpfer mit einem grossen Siegeswillen.

Hatte deine Rückennummer #3 eine spezielle Bedeutung?
Ich hatte die Nummer 3. Sie hatte für mich eigentlich keine Bedeutung. Mich hat im Fussball nur interessiert, ein Tor mehr als die gegnerische Mannschaft zu schiessen.

Was kommt Dir beim Wort „FC Bülach“ als erstes in den Sinn?
Der Fussball-Club aus der Bezirkshauptstadt. Eine grosse Familie. Unglaublicher Zusammenhalt. Tolle Partys im Horse Pub. Stolz zu sein, das Trikot des FC Bülach zu tragen.

Erinnerst du Dich noch an dein erstes Spiel im Bülach Dress?
Ich bin drei Mal als Spieler zum FC Bülach zurück gekehrt. Das erste Spiel war als ich vom FC Red Star Zürich nach Bülach gewechselt habe. Wir hatten eine tolle, harte Vorbereitungsphase (Stichwort Gaienhofen am Bodensee) und für uns war klar; dieses Jahr wollen wir in die erste Liga aufsteigen. Und dieses erste Spiel war der Grundstein für den späteren Aufstieg.

Gibt es ein Spiel, welches Dir heute noch präsent ist?
Es gibt zwei Spiele die ich nie vergessen werde. Das Aufstiegs-Spiel von der 2. Liga in die 1. Liga als Spieler. Das war ein unglaubliches, emotionales Erlebnis. Das zweite „grosse“ Spiel war in Dietikon zwei Runden vor Schluss. Dietikon hatte schon alles für ein Aufstiegsfest geplant und wir haben sie mit einem 5:1 Auswärtserfolg auf den Boden der Realität geholt. Im letzen Spiel der Meisterschaft haben wir dann gegen Veltheim zu Hause mit 1:0 gewonnen und sind nach dem Abstieg direkt wieder in die 2. Liga Unterregional aufgestiegen. Da war ich als Trainer an der Seitenlinie und habe den zweiten Aufstieg - diesmal als Trainer - sehr genossen. Wir waren ein verdienter Aufsteiger mit einer jungen Mannschaft.

In der Garderobe war ich jeweils der, welcher…
Die meisten Salben (Tiger Balsam, Pferdesalbe, China Balm, Massageöl, etc.) eingerieben habe und der „Duft“ war nicht für alle Spieler so ein Genuss wie für mich. Und ich war vor jedem Spiel im „Tunnel“; freute mich immer darauf wenn es endlich losging und der Ball fahrt aufnahm.

Diese Mitspielerin werde ich nie vergessen…
Auf dem Platz: Ercüment Sahin, Dario Galberini, Thomas Baur, Gebrüder Honegger, Marcel Winkler, Silvio Grande, Toni Armandi, Rocco Lionetto, Reto Oberhänsli und Richi Baur; habe mit Sicherheit noch ein paar Spieler vergessen. Sorry! Neben dem Platz: Max Koller, Heinz Lieb, Edi Koller, Hans Kummer, Willy Kaiser, Dietmar Morchner und Mario Schiavi der mich oft zusammengeflickt hat.

Das Verhältnis zu meinen ehemaligen Trainern und Funktionären beschreibe ich, als…
Ich hatte in meinem Leben immer eine eigene Meinung und habe diese auch kommuniziert. Wenn ich das Gefühl hatte, es läuft in die falsche Richtung habe ich mich gemeldet. War immer fair, klar und transparent. Mit Sicherheit für manchen Trainer nicht grade der pflegeleichteste Spieler. Als Trainer war ich für die Funktionäre beim FC Bülach sicher recht „Wartungsintensiv“; denn ich hatte meine eigenen, klaren Vorstellungen wie man eine Mannschaft führt, trainiert und zu spielen hat. Mit Sicherheit habe ich rückblickend das eine oder andere Mal über das Ziel hinausgeschossen. Da gab es doch auch die eine oder andere aussergewöhnliche Geschichte, Trainingslektion oder Spielvorbereitung für meine Spieler bei den Junioren oder bei der 1. Mannschaft über die man immer noch spricht. Denke hier an das selber finanzierte Trainingslager mit den A-Junioren in Ägypten. Die „gefrorenen Trikots für einem Spiel im Hochsommer. Trainingslektionen mit Musik und Tanzeinlagen. Bei den Aktiven ist Geschichte mit dem Poulet, wo ich den Spielern demontiert habe, dass das was sie bis jetzt gemacht haben „federlos“ ist, legendär. Im letzten Spiel zum Aufstieg wurde dann aus dem Poulet ein stolzer, kräftiger Hahn mit einem tollen Federkleid..

Würde ich heute Fussball spielen wäre ich…
Auf der linken Seite und würde rauf und runter sprinten. Alles aus dem Weg räumen was sich in diesem Bereich aufhält. Egal ob in unserer oder in der gegnerischen Spielhälfte.

Dem FC Bülach wünsche ich?
Ein Wunsch ist bereits in Erfüllung gegangen. Herzlichen Glückwunsch dem unermüdlichen Vorstand der sich für das neue Garderoben-Gebäude eingesetzt und es jetzt endlich erhalten hat. Ein Schmuckstück. Es würde mich sehr freuen, wenn es dem FC Bülach als Verein der Bezirkshauptstadt wieder gelingt in die 2. Liga aufzusteigen. Das ist aus meiner Sicht wichtig um den Junioren im eigenen Verein eine echte Perspektive zu bieten. Und in dieser aktuellen, schwierigen Situation rund um Covid 19 wünsche ich allen Mitgliedern des FC Bülach viel Kraft, Zuversicht bei allen Ängsten, Unsicherheiten im Privaten sowie im Beruf und dabei nur alles Gute sowie das Beste. Auch wünsche ich mir, dass der FC Bülach als Verein mit einer wichtigen Funktion für die Gesellschaft gestärkt aus dieser Situation rauskommt und die notwendige Unterstützung bekommt.